Römervilla zeigt 2000 Jahre altes Geschirr

„Terra sigillata“ ist Teil der Ausstellung in Grenzach-Wyhlen. Keramiken waren der römischen Oberschicht vorbehalten.

Grenzach-Wyhlen – Könnte man in den Geschirrschrank einer römischen Villa schauen, so würde man sehr schnell feststellen, dass gepflegtes Speisen bei den Römern eine große Rolle gespielt hat. Gerne lud die Oberschicht am späten Nachmittag zur cena, zur Hauptmahlzeit am frühen Abend, ein, die sich dann über Stunden hinzog.

So wird es auch in der Grenzacher Römervilla gewesen sein, die wohl vornehmen Bürgern aus Augusta Raurica gehört hat. Natürlich hat man zu solchen Anlässen das schönste Geschirr präsentiert. Wertvolles Silbergeschirr hat man in Grenzach bei Ausgrabungen leider nicht gefunden, dafür aber sehr schöne Beispiele für vornehmes keramisches Geschirr, das wir seit dem 19. Jahrhundert Terra sigillata nennen, die Römer nannten dieses Tafelgeschirr wohl „vasa Samia“. Trotz der fast 2000-jährigen Lagerung im Boden haben die aus feinstem Ton auf einer Drehscheibe hergestellten Gefäße ihren glänzenden Überzug bewahrt. Hergestellt wurde dieses Essgeschirr zunächst in Italien, dann auch in Südgallien und später auch in Nordfrankreich und in Fabrikationszentren am Rhein, so zu Beispiel in Rheinzabern, einem wichtigen Zentrum der Keramikindustrie.

Noch heute gibt es dort eine Ziegelbrennerei, die etwa die Ziegel für das Demonstrationsdach in der Grenzacher Römervilla hergestellt hat. Terra sigillata war, auch wegen der Transportkosten, erheblich teurer als gewöhnliches Geschirr. Für eine reliefverzierte Schüssel, wie sie im Grenzacher Museum ausgestellt ist, musste man schon mal einen oder zwei Tageslöhne hinlegen. Darin mag ein Grund liegen, dass man immer wieder reparierte Gefäße finden kann. Oft sind sie vom Töpfer oder Fabrikbesitzer gestempelt, so dass die Herkunft und das Alter sehr gut bestimmt werden können, auch deshalb, weil man das Dekor zeitlich und geographisch gut einordnen kann. Somit gehört die Terra sigillata heute zu den am exaktesten datierbaren Fundkategorien der Römerzeit. Dass es im Grenzacher Römermuseum noch andere Exponate zum Thema Kochen und Geschirr gibt, versteht sich von selbst. Erwähnenswert ist eine schöne Reibschüssel, Messer und ein Schleifstahl mit einem gestalteten Griff aus Knochen.

Quelle: https://goo.gl/l315s2

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