Gnadenfrist: Glyphosat wird 18 Monate weiter auf unserer Äcker gesprüht

Gestern hat die EU-Kommission das Ackergift Glyphosat im Alleingang für 18 Monate zugelassen. Das ist ein Rückschlag, aber keine Niederlage für unsere Glyphosat-Kampagne. Warum wir gute Chancen haben Ende 2017 ein Glyphosat-Verbot durchzusetzen.

Glyphosat wird für weitere 18 Monate zugelassen. Grafik: Zitrusblau/Campact

Wir hatten schon befürchtet, dass die EU-Kommission im Alleingang über Glyphosat entscheiden will. Genau deshalb haben wir vergangenen Freitag vor der Berliner Vertretung der EU-Kommission demonstriert. Doch die EU-Kommission hat sich von unseren mehr als 600.000 Unterschriften für ein Glyphosat-Verbot nicht beeindrucken lassen. Sie hat die Glyphosat-Genehmigung im Alleingang um 18 Monate verlängert – trotz der Krebsrisiken. Und obwohl sich auch in einem Vermittlungsausschuss keine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten für die Verlängerung fand.

Ein Rückschlag, keine Niederlage

Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung ist ein Rückschlag, aber keine Niederlage für unsere Kampagne. Ein Rückschlag, weil das Monsanto-Gift jetzt für weitere 18 Monate auf unsere Äckern gespritzt werden darf – und weiterhin unsere Gesundheit gefährdet und die Artenvielfalt zerstört. Doch die Verlängerung ist nur vorläufig – und die langfristige Zulassung von Glyphosat bleibt weiterhin offen. Voraussichtlich Ende 2017 werden die EU-Staaten dann entschieden, ob das Ackergift dauerhaft zugelassen bleibt.

Zur Erinnerung: Eigentlich hatte die EU-Kommission eine Genehmigung für 15 Jahre vorgeschlagen – fand dafür aber keine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten. Dass die Glyphosat-Genehmigung jetzt nur für 18 Monate anstatt 15 Jahre verlängert wird, ist auch ein Erfolg unserer europaweit koordinierten Proteste.

Neue Untersuchungen sollen Krebsrisiko klären

Mit der Verlängerung für 18 Monate will die EU-Kommission jetzt ein weiteres Gutachten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) abwarten. Die ECHA ist eine Behörde der EU zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien. Gegenwärtig läuft dort ein Bewertungsverfahren für Glyphosat, das bis Mitte 2017 abgeschlossen werden soll.

Die ECHA hat ein strenges Verfahren zum Ausschluss von Experten mit Interessenkonflikten – deshalb gibt es Anlass zur Hoffnung, dass sie die wissenschaftlichen Hinweise auf Krebsgefahren durch Glyphosat ernst nimmt. Sollte die ECHA Glyphosat im kommenden Jahr als krebserregend einstufen, haben wir beste Chancen ein Verbot des Ackergifts durchzusetzen.

Unser Protest ist groß – hilf mit und mach ihn größer!

Doch wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass die ECHA Glyphosat als krebserregend einstufen wird. Selbst wenn die Agentur den Krebsverdacht nicht bestätigen sollte, gibt es genug weitere Gründe, Glyphosat zu verbieten. Allein die zerstörerischen Auswirkungen auf die Artenvielfalt sind ein ausreichender Grund für ein Verbot. Wir werden die Zeit bis Ende 2017 also nutzen, um unseren Protest gegen Glyphosat weiter auszubauen.

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