Geld verdienen ist nicht leicht

Flüchtlinge arbeiten zu Dumpinglöhnen

Geld verdienen ? Wohl kaum!

Viele Flüchtlinge arbeiten laut einem Medienbericht unangemeldet unter schlechten Arbeitsbedingungen. Eine große Rolle spielen dabei Vermittler, die daran verdienen.

Viele Flüchtlinge in Deutschland arbeiten nach Informationen des Senders NDR Info schwarz zu Dumpinglöhnen und unter schlechten Arbeitsbedingungen. Immer wieder vermittelten dabei Mitarbeiter oder Besucher von Flüchtlingsunterkünften Schwarzarbeiterjobs gegen zum Teil hohe Provisionen, berichtet NDR Info. Dies hätten Recherchen in Hamburg, Niedersachsen, Berlin und Sachsen-Anhalt bei Sozialarbeitern, Flüchtlingshelfern, Wissenschaftlern und schwarzarbeitenden Flüchtlingen ergeben.

Etwa zehn Fälle werden laut Zollangaben bundesweit pro Monat aufgedeckt; andere gingen von weit größeren Dimensionen des Problems aus, so der Sender. Wissenschaftler der Universitäten Tübingen und Linz schreiben demnach in einer Studie, der Anteil der Schwarzarbeiter liege bei bis zu 30 Prozent der 1,1 Millionen Flüchtlinge, die 2015 in Deutschland angekommen sind. Schätzungen von Helfern und Sozialarbeitern in Niedersachsen und Berlin lägen zwischen 10 und 50 Prozent.

Selbst bei vorsichtigen Schätzungen würde dies laut NDR Info bedeuten, dass mindestens 100.000 Flüchtlinge in Deutschland schwarz arbeiten, also ohne dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. „Viele profitieren von der Not der Flüchtlinge“, so die Einschätzung von Emilija Mitrović von der Beratungsstelle Migration und Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg.

Legale Arbeit schwer zu finden

Einen Fall, in dem innerhalb einer Unterkunft Schwarzarbeit vermittelt wurde, gab es im Landkreis Harburg nahe Hamburg. Dort ermittelt die Polizei gegen den ehemaligen Mitarbeiter einer Gemeinschaftsunterkunft in Neu Wulmstorf. Er stehe laut Polizei im Verdacht, „die Situation von Flüchtlingen ausgenutzt zu haben, um sich an ihnen finanziell zu bereichern“. Der arabischsprachige A. soll versucht haben, Flüchtlingen gegen Provision nicht nur Wohnungen und Privilegien in der Unterkunft, sondern auch unangemeldete Jobs zu vermitteln. Dafür habe er die Hälfte des Lohns verlangt. Der Landkreis Harburg und der Betreiber Human Care erklärten, dem Mitarbeiter sei Mitte Juli sofort gekündigt worden, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren.

Sozialarbeiter und Flüchtlingshelfer kritisieren, dass Flüchtlinge in der Schwarzarbeit häufig ausgebeutet würden. Auf legalem Wege könnten sie nur schwer Arbeit finden. Viele aber müssten Geld verdienen, um es nach Hause zu schicken oder Kosten für Schlepper zu bezahlen. „Ich will eigentlich nicht schwarz arbeiten“, erzählt ein Mann aus Burkina Faso, der seit zwei Jahren auf seinen Asylentscheid  wartet, „aber anders finde ich keinen Job.“

Nima K. von der Berliner Willkommensinitiative berichtet von teils nur 80 Cent Stundenlohn und von angemeldeten 400-Euro-Jobs, hinter denen aber eine illegale Vollzeitbeschäftigung stehe. Um Schwarzarbeit zu finden, verlassen viele Asylbewerber nach Recherchen von NDR Info ihre zugewiesene Unterkunft und ziehen zeitweise in größere Städte, wo sie auf Matratzenlagern oder bei Freunden schlafen. Sie arbeiten dann schwarz als Tellerwäscher, Tapezierer, Putzkräfte oder beladen Container.

Das Anfang August in Kraft getretene neue Integrationsgesetz soll es Asylbewerbern leichter machen, auf legalem Weg Arbeit zu finden. Sozialarbeiter und Flüchtlingshelfer sehen das Gesetz als Schritt in die richtige Richtung; sie gehen aber nicht davon aus, dass es Schwarzarbeit unter Flüchtlingen stark reduzieren wird.

Quelle: goo.gl/aRP437

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One thought on “Flüchtlinge arbeiten zu Dumpinglöhnen

  1. Silke

    Irgendwo verstehe ich es auch. Sie sind den ganzen Tag in Ihren Unterkünften und haben nichts zu tun. Da sieht man ja auch, dass sie gewillt sind zu arbeiten. So lungern sie nur sinnlos vor sich hin.

     
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